CSU-OV Lichtenhof

Das Reichsparteitagsgelände


Die Reichsparteitage der NSDAP fanden in Nürnberg erstmals in den Jahren 1927 und 1929 statt. Zwischen 1933 und 1938 wurden dann im Südosten von Nürnberg auf dem großen Gelände, auf dem sich die Luitpoldhalle, das Fußballstadion, das Gefallenendenkmal sowie weite Heideflächen befanden, alle Parteitage durchgeführt, welche immer größere und gigantischere Ausmaße annahmen. Die Aufmärsche, Paraden und Massenauftritte mit Teilnehmerzahlen von 250.000 bis 1.000.000 Menschen stellten eine der wichtigsten Machtdemonstrationen des nationalsozialistischen Regimes sowohl gegenüber dem Inland als auch zur Darstellung gegenüber dem Ausland dar.

hist. Karte des Reichsparteitagsgeländes Luftbild des Reichsparteitagsgeländes

Ab 1933 sollte im Gebiet des Dutzendteiches das Reichsparteitagsgelände mit teils geschlossenen, teils offenen Monumentalbauten errichtet werden. Die seit 1933 in Entstehung begriffene Anlage wurde ab 1934 durch ein Gesamtkonzept Albert SPEER´s festgeschrieben; zur Ausführung des gigantischen Projektes wurde 1934 ein "Zweckverband Reichsparteitag Nürnberg" gegründet.

Neben Nürnberg waren v.a. auch in Berlin, München, Hamburg und Linz nach den Vorstellungen der damaligen Reichsregierung teils äußerst umfangreiche Groß- und Monumentalbauten geplant, die in ihren bis in das Unwirkliche gesteigerten Dimensionen eine "Weltanschauungsarchitektur" repräsentieren sollten.

Für die Neugestaltung Berlins und die Errichtung des Nürnberger Reichsparteitagsgeländes wurde 1937 der Architekt Albert SPEER als "Generalbauinspekteur" berufen. Die Vollendung dieser Baumaßnahmen sollte bis zum Jahre 1950 erfolgen.

Das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg stellte bis Kriegsbeginn die größte Baustelle im damaligen Deutschen Reich dar. Das Gesamtareal hätte nach seiner Fertigstellung eine Maximalausdehnung von 7000 Metern in Nord-Süd-Richtung und 3500 Metern in Ost-West-Richtung gehabt und eine Fläche von ca. 17 km² eingenommen. Die Baukosten wurden auf 700 Mio. Reichsmark veranschlagt, wobei diese Summe sicherlich nicht ausgereicht hätte.

Modell des ReichsparteitagsgeländesDie Hauptgebäude des Reichsparteitagsgeländes waren:

1.) Die Luitpoldarena mit der "Alten Kongreßhalle";

2.) Die "Neue Kongreßhalle"

3.) Das -- nie gebaute -- "Haus der Kultur";

4.) Die Zeppelintribüne mit dem Zeppelinfeld;

5.) Das Transformatorenhaus

6.) Das Märzfeld;

7.) Das Deutsches Stadion;

8.) Die Große Straße;

9.) Die "KDF"-Stadt;

10.) die Plätze für die Zeltlager.

Die heute noch beherrschenden Bauten des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes sind die Tribüne am Zeppelinfeld, die "Große Straße" und die hufeisenförmige Kongreßhalle, welche sich mit ihren zwei Längsseiten nach Osten in den Dutzendteich hineinschiebt.

Seit dem 22. Mai 2006 bietet die Stadt Nürnberg allen Besuchern des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes mit einem umfassenden Informationssystem die Möglichkeit, sich auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände direkt vor Ort mit den NS-Parteitagen auseinander zu setzen. Das Geländeinformationssystem veranschaulicht mit großen Tafeln an 23 Stellen in dem 380 Hektar großen Areal mit Texten (in deutscher und englischer Sprache), Bildern und Plänen über Geschichte und Bedeutung der alljährlichen Propagandainszenierungen der Nationalsozialisten in Nürnberg. Näheres hierzu siehe unter http://www.csu-lichtenhof.de/html2/aktuel24.htm sowie www.reichsparteitagsgelaende.de.


weiter zur Page "Der Luitpoldhain" Weiter zur Page "Der Luitpoldhain"

* Dr. A. Baier; last update: Mittwoch, 25. Februar 2009 00:41