CSU-OV
LichtenhofZwischen der Luitpoldarena im Nordnordwesten und dem Märzfeld im Südsüdosten erstreckt sich -- als zentrale Achse des Reichsparteitagsgeländes -- die rund 2000 Meter lange und 60 Meter breite "Große Straße". Diese mit 1,2 m² großen Granitplatten gepflasterte Paradestraße wurde ab 1935 gebaut und war vor Kriegsbeginn bereits weitgehend fertiggestellt worden. In ihrer nordnordwestlichen Verlängerung ist die "Große Straße" exakt auf die Nürnberger Burg hin ausgerichtet: Dies sollte einen suggestiven visuellen Zusammenhang zwischen dem mittelalterlichen Nürnberg mit seinen kaiserlichen Reichstagen und der neuzeitlichen Rolle Nürnbergs als "Stadt der Reichsparteitage" erwirken. Am Nordnordwestanfang der "Großen Straße" -- Im Bereich der Bayernstraße -- war der Bau eines repräsentativen Eingangsportals geplant.
Die eigentliche Straßenanlage sollte beiderseits von Gehsteigen und Standtribünen gesäumt werden und hätte somit eine Gesamtbreite von nahezu 100 Metern erreicht.
Für die Nachkriegs-Reichsparteitage war auf der "Großen Straße" der Marsch von 50 Meter breiten Formationen der Wehrmacht -- vorbei an der damaligen Reichsführung und Generalität -- zum südöstlich gelegenen Märzfeld hin vorgesehen. Zur Abnahme dieser Paraden sollte -- im Eingangsbereich des "Deutschen Stadions" -- eine unmittelbar an der "Großen Straße" gelegene Ehrentribüne mit Säulenhalle errichtet werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die Amerikanische Luftwaffe die "Große Straße" bis 1968 als Militärflugplatz. Seit den Sechziger Jahren findet die riesige Straßenanlage zunehmend als günstig gelegener Großparkplatz für die Besucher des nahegelegenen Messezentrums ("NürnbergMesse"), des Fußballstadions sowie des Nürnberger Volksfestes Verwendung.
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* Dr. A. Baier; last update: Dienstag, 16. Januar 2001 20:45