CSU-OV
Lichtenhof
Die Südstadt voranbringen
Zur
zweiten Zukunftskonferenz für den Südstadtschub als Bildungs-
und Qualifizierungsoffensive hatte die Stadt Nürnberg in das
Sigena-Gymnasium in der Gibitzenhofstraße eingeladen. Dabei
haben in der neuartigen Konferenzform Open Space" etwa
200 Bürgerinnen und Bürger, Vertreter aus Vereinen, Kirchen,
Unternehmen, Verwaltung und Partner gemeinsam neue Ideen für den
Bildungs- und Qualifizierungsbedarf erarbeitet, um die
Südstadtförderung mit neuen Projekten umzusetzen.
Wirtschaftsreferent Dr. Roland Fleck wollte ganz bewusst
Neuland" betreten und war vom großen Interesse und
den Ergebnissen sehr angetan.
Bildungs- und Qualifizierungsoffensive
Der Stadtplanungsausschuss der Stadt Nürnberg befasste sich in seiner Sitzung erneut mit der EU-Ziel-2-Förderung für die Nürnberger Südstadt. Der Zeitraum für diese Förderung läuft von 2000 bis 2006. In diesen sieben Jahren können Projekte im Fördergebiet mit dem finanziellen Anstoß der EU und der zusätzlichen Kofinanzierung des Freistaates Bayern und der Stadt Nürnberg bzw. von Dritten auf den Weg gebracht werden.
Mit Genehmigung des Einheitlichen Programmplanungsdokuments (EPPD) durch die Europäische Union im letzen Sommer ist nun die Basis für die Umsetzung von Projekten geschaffen worden. Der finanzielle Gesamtrahmen der förderfähigen Kosten des Schwerpunktbereiches 5 -- Lebenswerte Stadtstrukturen -- beträgt nach nochmaliger Erhöhung für die Stadt Nürnberg jetzt insgesamt 36,2 Millionen Mark. Davon sind 50 Prozent Mittel der EU. Alle Projekte sollen eine Förderung von 70 Prozent erhalten, so dass für die Kofinanzierung von Seiten der Stadt 30 Prozent bereitgestellt werden müssen.
Die Federführung für das EU-Ziel-2-Programm liegt beim Wirtschaftsreferat. Die Abwicklung der Einzelprojekte erfolgt in dezentraler Verantwortung durch die einzelnen Projektträger (Referate/Dienststellen). Dies erstreckt sich auch auf die Kofinanzierung und den inhaltlichen Ablauf. Die Projekte 2001/2002 sind referatsübergreifend abgestimmt.
Die Jahresplanung 2001 wurde vom Stadtrat einstimmig beschlossen und über die Regierung von Mittelfranken an die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern weitergeleitet. Der aktuelle Projektstand 2001 ist aus der beschlossenen Jahresplanung entwickelt worden. Weiterhin sind Projekte mit dem Jahresantrag 2002 anzumelden.
Konkrete Projekte 2001
Zu den umsetzungsreifen Projekten aus dem Jahresantrag 2001 gehören
Aufseßplatz
Aufgrund des Stellenwertes, den der Aufseßplatz in der Südstadt einnimmt, wurde im September 2001 für eine Neugestaltung ein Wettbewerb ausgelobt. Die Ergebnisse des Wettbewerbs liegen im Februar 2002 vor.
Karl-Bröger-Straße
Die Karl-Bröger-Straße ist eine wichtige Verbindung zwischen Aufseßplatz, Südstadtpark und Altstadt und erhält eine Aufwertung durch die Neuordnung zum verkehrsberuhigten Bereich mit Neuordnung des ruhenden Verkehrs und einer Begrünung. Mit den Bauarbeiten wurde bereits begonnen. Sie sollen noch im Herbst 2001 abgeschlossen werden.
Tafelfeldstraße
Als wichtige Haupt- und Geschäftsstraße genießt der Umbau der Tafelfeldstraße hohe Priorität. Ziel der Umgestaltung ist es, die Erreichbarkeit, Aufenthaltsqualität und die Sicherheit zu verbessern und damit der Straße wieder einen Stellenwert als Einkaufsstraße zu geben. Eine umsetzungsreife Planung liegt vor. Die Gesamtkosten werden auf 1,5 Millionen Mark geschätzt.
Bürgerhaus Hubertus"
Die Hubertussäle waren seit den 60er Jahren nur mehr sporadisch für Gemeindeveranstaltungen der Kirchengemeinde St. Markus genutzt worden. Seit 1998 sind sie an das Gostner Hoftheater vermietet, das in eigener Regie technische Ausstattung und Bestuhlung übernommen hat. Um die Hubertussäle dauerhaft für kulturelle Aktivitäten in der Südstadt nutzen zu können, sind umfassende Sanierungs- und Umbaumaßnahmen durchzuführen. Eine Förderung wurde von der Regierung von Mittelfranken positiv geprüft. Die Gesamtkosten der Umbauten belaufen sich auf 950.000 Mark.
Grünoffensive Südstadt
Öffentliche Grünflächen und Spielplätze sind in der Südstadt Mangelware. Deshalb ist die Grünoffensive, die bestehende Anlagen deutlich aufwerten und dort, wo es möglich ist, neue Angebote schaffen soll, ein wesentlicher Bestandteil des Ziel-2-Programms und genießt hohe Priorität. Das Konzept umfasst derzeit Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von circa 17,3 Millionen Mark. Für folgende Maßnahmen hat die Regierung von Mittelfranken im September 2001 die Zuschussbescheide erteilt:
Die Gesamtkosten der Maßnahmen belaufen sich einschließlich der Grunderwerbskosten auf 1.822.250 Mark.
Jahresantrag 2002
Der Schwerpunkt liegt in der Schaffung von lebenswerten Stadtstrukturen. Für den Jahresantrag 2002 sind folgende Projekte vorgesehen:
Grünoffensive Südstadt
Im Jahr 2002 sollen vier weitere Maßnahmen der Grünoffensive Südstadt durchgeführt werden:
Der circa 2.500 Quadratmeter große Naturspielplatz Neulichtenhof soll als pädagogisch betreute Einrichtung realisiert werden. Das Konzept wurde vom Trägerverein mit dem benachbarten Umweltpädagogischen Zentrum erarbeitet. Beim Aktivspielplatz Volkmannstraße handelt es sich um einen Spielbereich bestehend aus verschiedenen Elementen:
Südstadtforum
Das Südstadtforum ist ein Kooperationsprojekt von Dienststellen und Einrichtungen aus den Bereichen Bildung, Soziales, Kultur und Wirtschaft mit einem südstadtspezifischen Programmangebot und großer Symbolkraft für den intendierten Südstadtschub. Derzeit sucht die Stadt Nürnberg nach einem geeigneten Grundstück. Eine erste Kostnannahme für das Südstadtforum Qualifizierung und Kultur geht von 35 Millionen Mark Gesamtkosten aus (Grunderwerb, Gebäudeherstellung, Stellplätze, Ausstattung). Ein Konzept zur Gesamtfinanzieung des Vorhabens wird dem Stadtrat bis zum Jahresende vorgelegt. Der Gebäudekomplex Siebenkees-/ Bogen-/Peter-Henlein-Straße, der von der Noris Beschäftigungsgesellschaft GmbH (NOA) bisher gemietet ist, soll für die Einrichtung eines Service-und Sozialzentrums erworben werden. In dem Komplex befindet sich derzeit der Stadtteilladen Galgenhof/Steinbühl, das Fundbüro, der Gebrauchtmöbelladen, die Fahrradwerkstatt, die Büro- und Schulungsräume des Freiwilligen Sozialen Trainingsjahres, die Jugendarbeitsberatungsstelle (J-ABS) und das Beschäftigungsprojekt Service Center Umwelt für arbeitslose Jugendliche der NOA. Die Angebote sollen mit unterschiedlichen Trägern erweitert und ergänzt werden. Hierzu liegen bereits Konzepte vor, die auch vor allem auf die Bedürfnisse von Familien und Migranten reagieren.
Mannesmann-Areal
Im Rahmen der EU-Ziel-2-Förderung ist die Wiedernutzung von alten Industriebrachen eines der zentralen Ziele für die Südstadt. Derzeit wird nur noch eine Teilfläche von der Firma Sachs Fahrzeug und Motorentechnik GmbH genutzt. Das rund 15 Hektar große Areal soll deshalb einer neuen Nutzung zugeführt werden.
Durch die kleinteilige Parzellierung ist es möglich, in Innenstadtlage Flächen für die Ansiedlung von kleinen und mittleren Unternehmen zur Verfügung zu stellen.
Zur Aufbereitung des Geländes sind Bodensanierungsmaßnahmen, Abbruch alter Gebäude sowie ein neues Erschließungssystem erforderlich. Die Abbruchkosten in Höhe von rund 10 Millionen Mark könnten im Rahmen einer Einzelmaßnahme mit EU-Ziel-2-Mitteln gefördert werden.
Steinbühl/Sandreuth
Im Zuge der Einhausung des Frankenschnellwegs im Bereich An den Rampen und Otto-Brenner-Brücke wird sich die städtebauliche Struktur von Steinbühl-West und Sandreuth deutlich verändern. Zum einen sind dies im Osten die großen Wohnquartiere bis zur Gibitzenhofstraße, zum anderen im Westen das Gewerbegebiet Sandreuth. Die Überdeckelung des Frankenschnellwegs im Abschnitt Süd Volkmannstraße/ EWAG-Rohrbrücke bis Nopitschstraße soll für die Bevölkerung multifunktional gestaltet werden und zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität der angrenzenden Statteile führen. Im Zusammenhang mit dem Gesamtkonzept Ausbau des Frankenschnellwegs" und den sich ergebenden Chancen für eine städtebauliche Aufwertung ist deshalb beabsichtigt, ein neues Stadterneuerungsgebiet Steinbühl-West/Sandreuth" auszuweisen.
Der Stadtrat hat den Beginn der vorbereitenden Untersuchungen sowie die Anmeldung zur Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm beschlossen.
Eine wesentliche Voraussetzung für die Inanspruchnahme der staatlichen Finanzhilfen ist, daß die erforderlichen Komplementärmittel der Stadt bereitgestellt werden.

* Dr. A. Baier