CSU-OV Lichtenhof

Tafelhof in der Neuzeit


Tafelhof 1811 Im Jahre 1824 bestand das Dorf Tafelhof aus nur 26, meist nur ein- bis zweigeschossigen Hauptgebäuden. Die meisten Anwesen des Dorfes grenzten an große, rechteckige Gartenanlagen an. Südlich der heutigen Eilgutstraße lag der "Tuchbereiterplatz".

Das Dorf Tafelhof wurde 1825 nach Nürnberg eingemeindet. Die Anfänge der Nürnberger Fabrikindustrie fanden auch in Tafelhof ihren Niederschlag: Im Jahre 1811 existierten hier zwei Dosenfabriken, ab 1825 eine Brandweinbrennerei und ab 1845 eine Bronzefarbenfabrik.

Im Jahre 1842 beschloß die Bayerische Regierung den Bau des "Staatsbahnhofes" vor dem Frauentor. In den Jahren 1845/46 erfolgte der Bau des Bahnhofes, in dessen Zuge der "Tuchbereitersplatz", auf welchen über Jahrhunderte Handwerker ihre Tuche auf großen Rahmen getrocknet hatten, für den Bau der Bahnanlagen herangezogen wurde. Bereits 1844 war die "Ludwigs-Nord-Süd-Bahn" eröffnet worden, deren Trasse den Südteil von Tafelhof durchschnitt und den Abriß einiger Anwesen erforderlich gemacht hatte.

Um 1870 wurde das Dorf Tafelhof rasant städtisch überbaut: Die meisten der ländlichen Bauernhäuschen wichen mehrgeschossigen, mit Sandsteinfasaden verzierten Wohnhäusern. In diesen Gründerjahren erreichte auch der Bevölkerungszuzug seinen Höhepunkt: Zwischen 1809 und 1880 verdreifachte sich die Einwohnerzahl von Tafelhof von 392 auf 1180 Personen. Im Jahre 1874 waren bereits alle Waschhütten am Fischbach beseitigt und der Fischbach selbst unter die Erde verlegt worden. Ab 1895 war in Tafelhof der zunehmende Neubau von Verwaltungs- und Geschäftsgebäuden zu verzeichnen.

Um eine direkte Straßenverbindung zwischen Tafelhof und der Altstadt zu ermöglichen, wurde in den Jahren 1868/69 die Stadtmauer am Sterntor abgetragen und der "Wasserturm" (durch welchen über Jahrhunderte der Fischbach in die Lorenzer Altstadt eingeleitet wurde) beseitigt. Die neue Straße überquerte zunächst ebenerdig, dann als Stegüberführung die nördlich von Tafelhof gelegene Bahnlinie; erst im Jahre 1906 erwirkte der "Vorstadtverein Süd" den Bau eines Fußgängertunnels zwischen der Tafelhof-/Eilgutstraße und der Ziegelgasse (heute: Karl-Bröger-Straße).

Im Zweiten Weltkrieg wurde Tafelhof nahezu völlig zerstört.


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* Dr. A. Baier; last update: Montag, 04. September 2000 16:53